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Rennrad fahren im fortgeschrittenen Alter

February 12, 2010 von Thomas  
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Roland Schneider fährt dem Alter einfach davon.

Vier Mal die Woche ist der Architekt auf dem Rad unterwegs, zeigt so manchen jüngeren Hobbradler das Hinterrad. Das fortgeschrittene Alter muss nicht zwingend ein einschränkender  Leistungsfaktor sein. „Im direkten und absoluten Vergleich ist der Organismus eines gesunden 20-Jährigen zwar leistungsfähiger als der eines 40-Jährigen, aber mit regelmäßigem und cleverem Training lässt sich ein sehr hohes Niveau sehr lange halten“, so die Sportwissenschaft.

Physiologisch betrachtet ist ein 20-25 jähriger Mensch auf dem Höhepunkt seiner Leistungsentfaltung und baut dann nach und nach ab. Allerdings lässt sich durch Sport der eigentliche Alterungsprozess verzögern. Es wird beobachtet, dass so manch trainierter 50-Jähriger von seinen Leistungswerten fitter ist als ein untrainierter 20-Jähriger.

Wer richtig Rad fährt, kann auch im fortgeschrittenen Alter seinem Körper jede Menge zutrauen und Leistung rausholen – vorausgesetzt, das Training wird dem entsprechenden Alter angepasst.
„Im Laufe der Jahre habe ich mein Training ein bisschen verändert“, sagt Schneider, der schon seit über 30 Jahren seine Runden dreht. „Mit Mitte 20 bin ich noch bei jeder Attacke mitgesprintet. Würde ich diesem Drang heute folgen, wäre ich so kaputt, dass ich eine halbe Woche trainingsfrei machen müsste“, erklärt der Architekt. „Die Grundlagenausdauer ist mein Trainingsschwerpunkt – vereinzelt mit Einheiten zur Verbesserung der Kraftausdauer  – und halte vor allem die Ruhetage streng ein. Die Maximalbelastung streue ich gezielt erst kurz vor den Wettkämpfen ein“, erklärt Schneider seine Trainingsphilosophie.

Schneider macht es genau richtig – das wird auch von Sportwissenschaftlern bestätigt. „Während sich Ausdauer und Kraft bis ins hohe Alter sehr gut trainieren lassen, verringern sich Schnelligkeit, Koordination und die Regenerationsfähigkeit zusehends“, erklären Sportwissenschaft und Medizin.

Wer sich fit und leistungsfähig fühlt, der muss seine Trainingsgewohnheiten nicht radikal oder plötzlich umstellen, nur weil er ein Jahr älter geworden ist. „Der Körper hat sich der Belastung angepasst und ist somit den Anforderungen gewachsen“, so die Sportwissenschaft.

Daher ist es für die Sportwissenschaft auch schwierig, genaue Handlungsanweisungen für die einzelnen Altersklassen auszusprechen. Die aerobe Ausdauer verringert sich, gemessen an der maximalen Leistungsfähigkeit (VO2max) laut Studien ohne sportliche Betätigung um bis zu 15 Prozent pro Jahrzehnt, mit Sport lediglich um bis zu fünf Prozent. „Mit gezieltem Training kann die Grundlagenausdauer über Jahrzehnte auf einem hohen Level gehalten werden.

Die logische Folge für Sportler ab 40 bilden somit die Grundsätze „Mäßig, aber regelmäßig!“ sowie „Lang und langsam!“ und zwar noch viel intensiver als ohnehin schon für ein vernünftiges Training notwendig ist.

Die maximale erreichbare Herzfrequenz sinkt über die Jahre hinweg ab, somit müssen die Trainingsbereiche in entsprechend regelmäßigem Turnus neu bestimmt werden.
Wie begegnet ein Radfahrer der Tendenz einer Gewichtszunahme bei fortschreitendem Alter? Durch lockere und langsame Einheiten ist man sehr gut in der Lage, das Gewicht zu halten. Denn bei gleichem Trainingsfleiss und entsprechender Ernährung nimmt man nicht zu. Der Grund für Gewichtszunahmen ist nicht das Alter, so der Irrglaube vieler Menschen, sondern die einschleichende Trägheit.

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